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Ambrosia artemisiifolia L.

Ambrosia artemisiifolia bzw. Ambrosia elatior ist ein einjähriges Kraut, das auch unter den Namen Beifußblättriges Traubenkraut, Aufrechte Ambrosie, Beifuß-Ambrosie, Hohe Ambrosie und im englischsprachigen Raum als Ragweed (Fetzenkraut) bekannt ist.

Gefahren (nach oben)


Pflanze bitte nur mit Handschuhen berühren!

So unscheinbar die Blüten der Ambrosia auch wirken, ist es kaum zu glauben, dass die darin produzierten Pollen zu den stärksten Inhalationsallergenen gehören. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft genügen, um eine Person zu sensibilisieren oder bei Allergikern starke Reaktionen auszulösen. Darüber hinaus kann in einigen Fällen das Berühren der Pflanze zu allergischen Reaktionen auf der Haut (Kontaktdermatitis) führen. Daher wird angeraten, die Pflanze nur mit Schutzhandschuhen zu berühren.

Biologie (nach oben)


Lichtmikroskopische Aufnahme eines Ambrosia-Pollenkorns

Ab März keimen die ersten Samen der Ambrosia artemisiifolia. Zu Beginn der Vegetationsperiode entwickeln sich die Pflanzen sehr zögerlich, können aber zum Ende der Wachstumsperiode auch eine Größe von bis zu 2 Metern erreichen. Im Durchschnitt werden sie ca. 1 Meter groß und wachsen auf kargen Böden sogar nur wenige Zentimeter hoch.
Der behaarte Stängel der Ambrosia ist stark verzweigt, die doppelt fiederschnittigen Blätter weisen auf der Ober- und Unterseite eine grüne Färbung auf.
Auch wenn sie, wie die Sonnenblume, zur Familie der Korbblüter gehört, hat die Ambrosia doch sehr unscheinbare Blüten, die außerdem an unterschiedlichen Stellen der Pflanze sitzen. Dabei befinden sich die in Knäueln angeordneten weiblichen Blüten in den Blattachseln. Die kleinen, männlichen Blüten ragen als dichte Trauben an den Sprossenden empor und stäuben während der Blütezeit (Ende Juli bis Anfang Oktober) tausende gelber Pollen aus, die mit dem Wind verbreitet werden.
Nach der Bestäubung entwickeln sich ab Mitte September aus den weiblichen Blüten die 2-3 Millimeter langen geschnäbelten Früchte (Archänen), welche mit 5 bis 7 stumpfen Höckern versehen sind. Pro Pflanze werden im Durchschnitt 4.000 Samen ausgebildet, die aufgrund der Form meist unweit der Mutterpflanze zu Boden fallen. Aus diesen können sich in den Folgejahren wiederum neue Ambrosia-Pflanzen entwickeln.


Samen der Ambrosia (links) im Vergleich zu Vogelfutter (rechts) und einer 1-Cent-Münze

Keimling mit typischer kreuzgegenständiger Blattstellung
Variationen in der Blattgestalt der Ambrosia

Männliche Blüteblütenstände

Weibliche Blüte mit Samen

Vorkommen und Verbreitung (nach oben)

Die im Ostteil Nordamerikas heimische Ambrosia wurde vermutlich schon zum Ende des 19. Jahrhunderts durch den Überseehandel mit Getreide und amerikanischem Kleesaat in die Häfen Europas transportiert. So konnte sich vor allem in den wärmeren Regionen Europas, wie Ungarn, Italien und Frankreich, die Pflanze auf den Feldern (vor allem Sonnenblumenfelder) ausbreiten. Die in Deutschland gekeimten Samen gelangten aufgrund der klimatischen Bedingungen selten zur Blüte und Samenreife und bildeten daher kaum ausdauernde Bestände aus. Eine Beständigkeit der Ambrosia in Deutschland entwickelt sich mit der fortschreitende Klimaerwärmung am Ende des 20. Jahrhunderts. Einer der größten Ambrosia-Bestände Deutschlands konnte sich dadurch auf einem Gebiet von mehreren Hektar in der Lausitz etablieren. Die größten Vorkommen von Ambrosia artemisiifolia in Berlin wurden im Jahr 2009 in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf entdeckt, wo in einem Bestand über 10.000 Ambrosien zu finden waren.
Meist erfolgt die Ausbreitung dieser Art über Futtermittel, die mit Ambrosia-Samen verunreinigt sind. Diese nicht gereinigten Futtermittel wurden, auf mit Ambrosia-Pflanzen durchwachsenen Sonnenblumenfeldern in Südost-Europas produziert. Durch die Verordnung (EU) Nr. 574/2011 zur Änderung des Anhangs I der Richtlinie 2002/32/EG wird seit dem Jahr 2011 die Vermarktung von mit Ambrosia-Samen verunreinigten Futtermitteln auf einen bestimmten Schwellenwert beschränkt. Neben der Fütterung von Vögeln werden diese Samen zum Teil als billiges Saatgut von Schnittblumenfeldern missbraucht.
Des Weiteren verbreitet sich die Pflanze durch den Transport von mit Ambrosia-Samen belastetem Erdmaterial im Rahmen von Baumaßnahmen oder durch landwirtschaftliche Geräte. Da die Samen der Ambrosia flugunfähig und schwer sind, breitet sich diese Pflanze aus eigener Kraft nur sehr langsam aus und erfolgt fast immer über den Menschen.


Reste der Vogelfütterung
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